Versuch, meinen Gott radikal umzubauen

Ich schiebe den Gott, wie ich ihn beigebracht bekam, einfach zur Seite.

Es ist also kein Gott, der allmächtig ist,
kein Gott, der in meinem Leben eingreift, schon gar nicht in dem Weltengeschehen.
Nur ein Gott in mir, in meinem Herzen wirkt mächtig in mir.

Es ist auch kein Vater, Sohn und Heiliger Geist,
es ist nur Theologenkonstruktion,
kein Vater da oben,
kein Gottessohn,
vielleicht doch ein Geist, nicht immer heilig, ein Geist der Freiheit.
Nur ein kleiner Gottesfunken in meinem Herzen.

Der Abschied vom himmlischen Vater fällt mir schwer,
vielleicht erhalte ich mir ein Bild vom Vater in meinem Herzen
im Wissen, es ist nur ein Bild
und Gott nur in meinem Herzen.

Auch der Abschied vom Sohn fällt mir schwer,
ist es mir doch von Jugend an beigebracht,
Jesus, Sohn Gottes, Heiland und Erlöser.
Aber bewusst gehe ich hinter der antiken Gottessohnschaft zurück,
sehe auf Jesus von Nazareth, bin auf seinen Spuren,
sehe ihn als Mensch und Bruder.
Für mich ist er nicht Heiland und Erlöser,
für mich ist er nicht mehr für mich und die Sünden der Welt gestorben
aber ich glaube ihm, seinem bedingungslos liebenden Gott.

Gott als Geist bekommt für mich Gestalt,
nicht als göttliche Person,
aber als göttliche Kraft,
als Geisteskraft, Geistesmacht,
als die Kraft der bedingungslose Liebe, die mich und die Welt beseelt.

Ich habe gedanklich den Gott meiner Jugend beiseite geschoben
Und ich betrachte die leere Stelle:

Mein Gott ist klein geworden, so klein wie ich mich fühle als Mensch.
Er ist da, weil ich da bin
Er ist da, wenn ich alle meine Vorstellungen und Bilder, wie Gott zu sein hat, loslasse.
Er ist da, wenn ich schweige und rede.
Er ist da, wenn ich an ihn denke und noch mehr, wenn ich nicht an ihn denke.
Er ist da, selbst wenn ich ihn nicht brauche, ja, gerade dann.
Gott wohnt in meinem Herzen,
in den Herzen aller Menschen und Geschöpfe.
Und alles, was ich weiss und wissen will von meinem Gott:
Gott ist mir gut gesonnen.

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