Zwölf Millionen Menschen weniger

Zwölf Millionen

haben die beiden Kirchen in den letzten 25 Jahren verloren.

12 Millionen,

von denen viele ausgetreten sind,

nicht mehr genug Interesse für die Kirche haben,

denen anderes wichtiger ist als Kirche.

 

46 Millionen Menschen

sind es heute (Stand 2015),

2016 werden es wieder weniger sein,

die noch in den beiden Kirchen sind,

davon 22,3 Millionen evangelische Christen.

 

Viele davon

haben kaum mehr Interesse an Kirche,

viele davon

gehen selten bis gar nicht in die Kirche,

viele davon

haben vom christlichen Glauben so viel Wissen

wie ich von esoterischen Dingen.

 

Ich finde es deprimierend,

in einem sinkenden Schiff zu sitzen,

zu warten, bis die letzten das Schiff verlassen

und als letzter das Licht auszumachen.

 

Ich sehe die leeren Kirchenbänke

und denke mir nüchtern: Sie werden sich nicht mehr füllen.

Die Zeiten einer Volkskirche geht ihrem Ende entgegen,

vielleicht waren es noch nie Volkskirchen,

selbst als die Kirchenplätze voll waren von Menschen,

gedrängt und genötigt von christlicher Tradition und Gepflogenheit.

 

Ich nehme den Glaubensschwund in meiner Kirche wahr,

die Verdunstung von Tradition und christlicher Kultur,

die wachsende Unwissenheit und Gleichgültigkeit meiner Gemeindeglieder.

Alle Glaubensseminare, liebevoll gehaltene Gottesdienste und sonstige Versuche, auf die Menschen zuzugehen,

werden daran nichts ändern,

dass der christliche Glaube wie unter heißer Sonne verdunstet.

 

Das Bild vom Toten Meer fällt mir ein.

Es verdunstet ebenfalls unaufhaltsam,

hinterlässt ausgetrocknete Wüsten,

verkrustet und tot.

Man muss aufpassen,

nicht in hohle  Löcher zu stürzen.

 

Genauso ist der Zustand der Kirchen 2016

Und ich kann nicht viel daran ändern.

Die Glaubensverdunstung in Europa kann ich nicht aufhalten.

Und andere genauso wenig.

 

Ich will nicht zu den Ewig Gestrigen gehören,

die bis zuletzt an Größe und Sieg des Christentums glauben.

Vielleicht sind wir die Insolvenzverwalter und Totengräber dieser altehrwürdigen Institutionen namens Kirchen.

Wo Altes im Sterben liegt, im Niedergang begriffen,

wächst Neues, ist Neues im Aufgang begriffen.

 

Vielleicht finden wir

eine neue Sprache zu den Menschen

ohne die altehrwürdige Kirchensprache.

Vielleicht finden wir

einen neuen Zugang zu den Menschen

ohne Kirchturm und Kirchengebäuden.

Vielleicht finden wir

sogar mit den Menschen von heute

eine ganz neue Möglichkeit,

„Gott“ zu leben

im Einklang mit dieser Welt und ihren Religionen.

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