Altes neues Gottesbild

Gott

Für mich bist du wie BigBrother,

Wie Facebook, Google und Amazon verhundertfacht:

Du kontrollierst mich

Du kennst meine Daten besser als ich.

Ganz egal,  was ich gerade tue oder nicht  tue,

Nichts davon entgeht dir, Gott.

Ob ich gerade unterwegs bin oder schlafe,

Du bist da

Und bekommst alles mit.

Sogar meine Gedanken,

Noch ehe ich sie in Worte fassen kann,

Kennst du schon

Und kannst sie weiter denken, noch bevor sie mir bewusst sind.

Ich kann mich drehen und wenden wie ich will,

Immer bist du da

Und kontrollierst mich.

Letztlich kann ich das nicht begreifen,

Das geht über meinen Verstand.

Gott du bist da.

Wohin ich auch gehe, bist du da.

Vor dir fliehen,  ist völlig sinnlos,

Denn du bist überall da.

Flöge ich bis zum letzten Stern des Kosmos, so bist du auch dort.

Würde ich mich bei den Toten vor dir verstecken wollen,

Du würdest mich selbst bei den Toten aufspüren,

Selbstmord als Flucht ist also sinnlos.

Würde ich mich über die Natur erheben und mich als Mensch zu Höheren beflügeln,

Und würde ich dabei die äußersten Grenzen des Menschsein erreichen,

Vielleicht sogar unsterblich zu den Göttern mich erheben,

So würde auch dann deine Hand mich greifen

Ja, du würdest mit deiner rechten Hand mich unerbittlich greifen.

Dir Gott kann ich nicht entkommen.

Würde ich versuchen, mich auf der dunklen Seite zu flüchten,

Würde ich versuchen, mich in den finstersten Winkeln zu verstecken

Und selbst wenn ich Böses für Gutes erkläre,

Wäre Finsternis nicht finster genug bei dir und du würdest mich selbst in der tiefsten Tiefe mich finden

Und wenn du dann kommst, mich in der tiefsten Finsternis zu finden, würde auch die schwärzeste Finsternis taghell bei dir

Und Finsternis ist dann das Licht.

Ich kann mich also nicht vor dir verstecken,

Selbst wenn ich sage, dich, Gott, gibt es gar nicht,  bist du da als Nicht-Gott in meinem Leben.

 

So bleibt mir nichts anderes mehr übrig

Als stehen zu bleiben vor dir, Gott.

Da bin ich vor dir vergeblich fliegender Mensch.

Hier bin ich, mein Gott.

 

Du hast gemacht, was mich als Mensch ausmacht.

Als ich im Schoß meiner Mutter gezeugt und empfangen wurde, da hast du Gott mich geschaffen.

Ich bin also nicht aus Zufall da, ich bin keine Laune der Natur und nicht nur ein Zufallsergebnis der Evolutionsgeschichte.

Du Gott hast mich gewollt.

Ich spüre wie ich darüber staune und dankbar bin, dass ich sein darf.

Ich staune darüber, Du hast mich zu einem wunderbaren Geschöpf gemacht.

Du hast mich wunderbar gemacht

Und dabei spielt es keine Rolle,

Ob ich Mann oder Frau,

Alt oder jung,

Schwul oder hetero ,

behindert oder nicht behindert bin.

In deinen Augen bin ich wunderbar.

Eigentlich ist die ganze Welt wunderbar.

Ich staune darüber.

Das Leben selbst ist ein Geschenk,

Das stelle ich immer wieder fest.

Selbst mein Innerstes war dir nicht verborgen,

Als ich im Verborgenen geworden bin,

Als ich im Mutterleib entstanden bin.

Deine Augen haben mich schon liebend erkannt und wahrgenommen,

Als es mich noch gar nicht gegeben hat.

Sämtliche Tage meines Lebens, die erst noch werden sollen

Und von denen noch kein einziger Tag existiert hat,

waren schon in deiner Cloud festgeschrieben.

Aber

Je mehr ich darüber nachdenke,

desto schwerer begreife ich, Gott meines Lebens,

Deine Gedanken.

Allein deine Rechenprozesse sind grenzenlos.

Wollte ich sie nachvollziehen,

so wären sie mehr als alle Rechenprozesse aller Supercomputer aller Zeiten.

Und am Ende landet ich immer noch bei dir.

Du bist der Anfang und das Ende,

Der Ursprung und das Ziel von a l l e m.

Du Gott, wirst auch die Menschen erreichen, die nicht an einen Gott glauben.

Du, Gott, wirst sogar die Gottlosen erreichen,

da ist keiner Gott los,

Nicht die Anständigen, die dich aus welchen Gründen auch immer nicht kennen,

Auch die Menschen härteren Kalibers, die von dir aus welchen Gründen auch immer nichts wissen wollen,

 

die Menschen also,  die Blut an den Händen kleben haben.

Auch solche werden dich Gott nicht los.

Sie treiben mit deinem Namen Schindluder.

Mein Gott, was haben wir Gottgläubige nicht schon alles Furchtbares in deinem Namen getrieben!

Es sind Feinde des Lebens, die sich mutwillig gegen dich, dem Gott des Lebens erheben.

Sollte ich nicht die hassen, die das Leben verneinen?

Sollte ich mich nicht mit aller Kraft gegen alles, was das Leben zerstört,  einsetzen?

Sollte ich nicht mich mit aller Kraft für das Leben einsetzen?

Ich hasse mit ganzem heiligen Ernst, was Leben zerstört,

Ich Partei ergriffen für die Schwächen und bin damit ein Feind aller Ausbeutung und Unterdrückung.

O Gott,

Genau da habe ich Angst, ich könnte falsch liegen .

Ich fürchte,  ich kann mich irren und selber zum Lebenszerstörer werden.

Darum kontrolliere mich,  Gott, schaue mir genau ins Herz.

Prüfe mich

Erkenne mit deinen unendlichen Möglichkeiten, wie ich’s meine.

Und sollte ich mich auf einem Abweg befinden, der nur zu Bösem führt,

Korrigiere mich immer wieder neu.

 

Psalm 139

 

 

 

 

 

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