Monatsarchiv: Juli 2021

Leben und lieben wie ER

Trautskirchen, 9.7.21  Mt 28,16-20

Liebe Gemeinde

Was waren eigentlich die letzten Worte Jesu im Matthäusevangelium? Nein, nicht „ Eli, Eli lama asabthani.“ Nein, nicht „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen. Das sind im Matthäusevangelium die letzten Worte Jesu am Kreuz, bevor er gestorben ist. Aber die Geschichte Jesu geht weiter. Jesus wird von Gott auferweckt. Und als Auferstandener sagt Jesus zu seinen Jüngern diese letzten Worte:

„Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

So hört das Matthäusevangelium auf mit diesen Worten: „Siehe, ich bin bei euch,“ Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Das sind Jesu letzte Worte.

„Klar ist Jesus bei uns. Das ist doch selbstverständlich!“ möchte ich hier einwenden. Aber so selbstverständlich ist das gar nicht. Wer kann das schon versprechen: „Ich bin bei dir alle Tage!“?

Kein Mensch kann immer bei mir sein. Selbst der Ehepartner nicht. Wer wird bei uns sein, wenn es darauf ankommt? Nicht einmal bei den eigenen Kindern kann man da so sicher sein. Schon zu viele Menschen habe ich kennen gelernt, die von ihren Kindern und Enkelkindern alleingelassen worden sind.

Kein Mensch kann immer bei mir sein. Schon gar nicht alle Tage meines Lebens. Auch ein Pfarrer ist nicht für immer da. Ich habe euch nie versprochen: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Das wäre wirklich viel zu viel versprochen.

Kein Mensch, auch kein Pfarrer, kann dieses Versprechen auch nur annähernd einlösen. Ich habe das am Freitag gemerkt, als ich drei Besuche wegen den Überschwemmungen nicht machen konnte. Kein Durchkommen möglich.

 Kein Mensch kann immer da sein. Nicht rund um die Uhr, nicht Tag und Nacht, nicht Woche für Woche bis zum Ende aller Tage. Kein Mensch kann immer für andere da sein. Kein Mensch kann alle Tage deines Lebens für dich und mich da sein.

Das kann nur Jesus. Nicht der Mensch Jesus, sondern Jesus der Christus, der Messias, den Gott auferweckt hat und nun zur Rechten Gottes sitzt, der kann dir und mir versprechen:

Ich bin bei dir, ohne wenn und aber, jede einzelne Stunde deines Lebens bis ans Ende dieser Welt.

Ich bin bei euch. Das sagt Jesus. Was auch kommen mag, ich bin bei euch.

„Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Luther

„Seid gewiss: Ich bin immer bei euch,

jeden Tag, bis zum Ende der Welt.« Basisbibel

Das sind Jesu letzte Worte. Er sagt sie zu seinen Jüngern bei seinem letzten Abschied hier auf Erden. Ich möchte uns die ganze Geschichte vorlesen. Es ist eine Geschichte voller tiefer Symbolik. Und jeder kann darin sein eigenes Leben hier wieder finden.

16 Die elf Jünger gingen nach Galiläa.

Sie stiegen auf den Berg,

wohin Jesus sie bestellt hatte.

17 Als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder.

Aber einige hatten auch Zweifel.

18 Jesus kam zu ihnen und sagte:

»Gott hat mir alle Macht gegeben,

im Himmel und auf der Erde.

19 Geht nun hin zu allen Völkern

und ladet die Menschen ein,

meine Jünger und Jüngerinnen zu werden.

Tauft sie im Namen

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes!

20 Und lehrt sie, alles zu tun, was ich euch geboten habe!

Seid gewiss: Ich bin immer bei euch,

jeden Tag, bis zum Ende der Welt.«

„Elf Jünger gingen nach Galiläa. Sie stiegen auf den Berg…“

Elf  waren den Berg hoch gewandert, wohin Jesus sie bestellt hatte.  Wort für Wort fast  können wir diese Geschichte für uns erschließen:

Elf Jünger. Ein ganz kleiner Haufen. zwölf Jünger waren sie noch vor kurzem gewesen. Einer von ihnen hatte sich das Leben genommen. Das muss sie alle schrecklich getroffen haben. Einer von ihnen hatte Jesus verraten und hat dies nicht verkraftet. Dazu finde ich Gott sei Dank keine Parallele zu uns heute. Aber jeder von uns weiß um den Verlust von Menschen durch Unglück, Krankheit und Schicksalsschläge. Da fehlt uns jemand. Der 12., der sonst immer dabei war.

Gehen wir zurück zu unserer Geschichte. Wir sind an einer Stelle, wo wir uns nicht unbedingt wieder finden: Diese 11 Jünger waren ja voller Fragen. Ihnen ist mit dem Tod Jesu am Kreuz so vieles Selbstverständliche zerbrochen. Und so waren diese 11 Jünger voller Fragen:

Was wird denn jetzt aus uns?

Wir sind nicht mehr vollzählig, einer fehlt!

Wie soll es mit uns weiter gehen?

Wir können doch auch fast nicht mehr!

Wir haben doch auch keine Kraft mehr. Und keinen Mut. Unser Glaube ist doch auch gar nicht mehr so stark. Er ist doch am Zerbrechen wie vor kurzem bei Judas, der sich erhängt hat.

Wir müssen uns nicht in genau derselben Situation der Jünger von damals wieder finden. Aber es gibt sicherlich Zeiten in unserem Leben, in denen wir uns genauso wieder finden und uns genauso fühlen:  Schwach, ohne Hoffnung, verzagt.

So haben sich damals jedenfalls die Jünger gefühlt. Und nun müssen sie auch noch nach Galiläa gehen. Weg von Jerusalem in die Provinz. Galiläa, das ist Provinz, das ist Werktag, das ist grauer Alltag. Da ist nichts mehr los. Da ist nicht mehr viel zu erwarten. Nach Galiläa laufen, das bedeutet: Der Alltagstrott beginnt. Da muss man schuften in Galiläa. Da kennen einen die Leute in Galiläa. Die reden über einen, die Leute in Galiläa. Soll man ausgerechnet da Jesus begegnen, in Galiläa, im Alltag, im grauen Alltag?

Dorthin hatte Jesus die Jünger geschickt, nach Galiläa, wo nichts los ist und nichts Besonderes zu erwarten ist. Aber das ist noch nicht alles. In Galiläa angekommen sollen sie auch noch auf einen Berg steigen. Der Berg, den sie da mühsam hinaufsteigen, das ist nichts für abenteuerlustige Touristen.

Der Berg, das ist die Last, die wir zu bewältigen haben.

Der Berg, das ist vielleicht der morgige Tag:         

Was wird der morgige Tag mir an Sorgen und Problemen bringen?

Der Berg, das sind alle Probleme und Sorgen und Schwierigkeiten, die sich auf einmal vor einem auftürmen, so schwer, so groß.

Kein Wunder, wenn dieser Berg dir und mir dann so schrecklich Angst macht.

Und schon wieder bedrängen die Jünger die Fragen:

Muss es denn unbedingt ein Berg sein, den wir da hochsteigen müssen? Warum kann uns Jesus nicht im flachen Tal begegnen? Warum ist Glaube manchmal so mühselig und so schwer? Warum türmen sich vor mir Berge von Sorgen, Schwierigkeiten und Problemen auf, wo ich doch Christ bin? Warum ist Glaube oft genug kein schöner, ebener Weg?

Trotz aller Sorgen, Schwierigkeiten und Probleme, trotz aller offenen Fragen steigen die Jünger auf den Berg in Galiläa. Und es hat sich für sie gelohnt. Sie erleben einen dieser seltenen Augenblicke der Gottesbegegnung.  Noch einmal für einen winzigen Moment der Ewigkeit: Jesus kommt ihnen ganz nahe. Sie begegnen dem auferstandenen Herrn. Sie stehen ihm gegenüber wie ich Euch gegenüberstehe. Wir könnten neidisch auf sie sein, wenn es da nicht auch ausdrücklich heißen würde:

17 Als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder.

Aber einige hatten auch Zweifel.

Es ist schon seltsam. Während dieser unglaublichen Begegnung mit dem auferstandenen Herrn, lesen wir: Einige aber zweifelten.  Einige von diesen 11 Jüngern zweifelten. Nicht einer, nicht zwei. Mindestens drei, vier, viele zweifelten auf diesem Berg der Gottesbegegnung. Obwohl ihnen Jesus doch ganz nahe war.

11 Jünger waren es, so wenige. Und nicht einmal diese wenigen waren sich ihres Glaubens gewiss.

Es überrascht mich. Noch mehr aber freut es mich, dass das nicht verschwiegen wird: Dass da einige zweifelten. Auch im engsten Jüngerkreis gab es das also.  Selbst bei dieser letzten Jesusbegegnung ist der Zweifel bei den Jüngern nicht ganz verbannt. Und das wird nicht vertuscht oder verschwiegen, sondern ganz einfach berichtet:  Auch Jünger zweifeln. Auch Christinnen und Christen zweifeln und dürfen zweifeln. Mit keinem Wort hat Jesus den Zweifel einiger seiner Jünger kritisiert.

Dann trat Jesus auf sie zu und sprach zu ihnen, heißt es. Das heißt, den ersten Schritt macht Jesus. Er kommt ihnen buchstäblich entgegen. Er hält sie sich nicht auf Distanz. Er geht auf sie zu und macht den ersten Schritt.

So macht er es doch auch bei uns. Er kommt doch auch uns entgegen. In unseren ganzen Fragen. Und in unseren Zweifeln. Und in unseren Sorgen, Schwierigkeiten und Problemen. Und wenn der Berg noch so hoch ist, er lässt uns nicht hoffnungslos umherirren, wenn wir nur noch ratlos sind. Er weist uns nicht zurück, wenn wir zweifeln oder nicht so recht glauben können. Wer zu mir kommt, sagt er, den stoße ich nicht zurück, sagt er. Immer wieder kommt er auf uns zu, berührt uns sanft und richtet uns auf: Er nimmt uns an, so wie wir sind. Und dann macht er uns auf etwas aufmerksam:

»Gott hat mir alle Macht gegeben,

im Himmel und auf der Erde.“

Exusia, im Urtext. Das gleiche Wort, das die Menschen über Jesus von Nazareth sagten: Der redet mit Vollmacht und nicht wie Schriftgelehrte in ihrem Elfenbeinturm.

Der Auferstandene hat noch mehr Exusia, noch mehr Vollmacht: im Himmel und auf der Erde. Von jetzt an Vollmacht überall.

Verwechseln wir die Vollmacht nicht mit Macht, wie es viele Christen verwechselt haben und mit weltlicher Macht Mission verbreitet haben. Das hat mit seiner Vollmacht nichts zu tun. Es ist kein Missionsbefehl, sondern eine Vollmacht, an der er alle seine Jünger und Jüngerinnen teilhaben lässt. Als seine Jünger habt auch ihr Vollmacht. Ihr habt Vollmacht, im Namen Jesu zu reden, zu handeln, zu leben.

Und dann hat er auch für uns einen Auftrag.

Nicht schon wieder, höre ich mich sagen, bin echt bedient von dem letzten Auftrag. Ich habe keine Bock mehr auf noch mehr Aufträge.

Keine Angst, höre ich Jesus zu mir sagen: Dieser Auftrag ist nichts Schlimmes und für Dich keine Last.

Hören wir erst einmal hin, wie dieser Auftrag lautet, den Jesus zunächst an die 11 Jünger gerichtet hat:

19 Geht nun hin zu allen Völkern

und ladet die Menschen ein,

meine Jünger und Jüngerinnen zu werden.

Tauft sie im Namen

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes!

Ich kann euch Jünger und Jüngerinnen gebrauchen. So verstehe ich diesen fälschlicherweise so genannten Missionsbefehl Jesu. Das ist kein Befehl und ein Missionsbefehl schon gar nicht. Es ist ein: „Du wirst noch gebraucht.“ Es ist ein „Dein Leben hat Sinn, trotz allem.“ Nichts ist umsonst und für die Katz. Alles hat seinen Sinn. Und du bist dabei!

Ladet mit eurem Leben die Menschen ein, meine Jünger und Jüngerinnen zu werden.

Das Leben der Jünger bekommt mit einem Male einen Sinn durch diesen Satz. Er kann sie noch gebrauchen: seine Jünger und Jüngerinnen:

Er kann diese Zweifler gebrauchen. Er kann diese ungebildeten Fischer gebrauchen. Er kann auch diese ehemaligen Zöllner und Sünder gebrauchen. Er kann diese kleinen Leute gebrauchen. Er kann diese paar Hansel mit ihren Sorgen, Schwierigkeiten und Problemen gebrauchen.

Mit diesen 11 Jüngern will Jesus die Welt verändern. Und er hat sie verändert. Und er wird auch unsere Welt mit uns elf Christen verändern.

19 Geht nun hin zu allen Völkern

und ladet die Menschen ein,

meine Jünger und Jüngerinnen zu werden.

Geht zu  allen Völkern. Alle Völker. Oder geht wenigstens zu euren Kindern. Macht sie nicht bloß zu anständigen Menschen. Macht sie zu echten Jüngern, zu Menschen, die Jesus nachfolgen. Nachfolgen heißt: Jesus hinterher. Lebe so wie er gelebt hat.

Ich denke, diese 11 Jünger waren erst einmal starr vor Schreck. Aber dann begriffen sie später: So Großes traut uns Jesus zu. So Großes traut Gott uns zu: Lebe so wie er gelebt hat.

Wir blenden uns hier aus der Geschichte aus. Denn genau an dieser Stelle geht es ja auch um uns, um euch und um mich. So Großes traut Gott uns heute zu: Leben wie er, wie Jesus es uns vorgelebt hat.

Dazu braucht es kein Bibelwissen, kein Theologiestudium, kein spezielles Epertenwissen.

Lebe wie Jesus es uns vorgelebt hat.

Sei barmherzig, er war es auch.

Habe ein Herz für die Armen und Schwachen, er hatte es auch.

Liebe und lebe wie er.

Du kannst es. Ich kann es. Wir können es. Gott traut es uns zu.

Wir dürfen auch darauf vertrauen:

 Jesus ist da, hier, gegenwärtig. In seinem Geist ist Jesus da.

Und sein Geist Jesu hört nicht auf, unter uns Menschen zu wirken durch liebevolle Gesten. Sein Geist es, der durch Menschen, die da sind, die dir und mir zuhören, die dir und mir Mut machen, die dich und mich aufrichten. Jesu Geist berührt uns, mitten in unserem Alltag mit allem, was uns da gerade beschäftigt. Jesu Geist berührt ist, was uns Sorgen macht. Und auf einmal spüren wir: Wir sind nicht allein.

So verstehe und erlebe ich diesen letzten Satz Jesu:

Seid gewiss: Ich bin immer bei euch,

jeden Tag, bis zum Ende der Welt.«

Amen.

Hoffnung stirbt nie – ein Gottesdienst für Konfis

Hoffnung stirbt nie Gottesdienst von und für Konfis am 4.7.21 in Trautskirchen am alten Sportplatz

Vorspiel

Begrüßung

Thema:  Hoffnung stirbt nie

Lied: 503  Geh aus mein Herz

Psalmlesung/gebet:  Hoffnungspsalm:

Einstieg:

Gott,

wir bereiten wir dir den Weg.

Was uns hindert zu lieben, zu hoffen, zu glauben, legen wir dir zu Füßen,

damit die Hoffnung in unser Leben einziehen kann.

Gemeinde:

Wir wissen nicht, wohin wir gehen, aber wir gehen nicht ohne unsere Hoffnung!

Konfi: Gott, du bist meine Hoffnung und stärkst mich mit deiner Liebe.

Deine Güte überdauert die Zeit, lässt mich leben. Deine Gnade umspannt das Weltall und führt mich aus der Enge. Und darum bist du meine Hoffnung.

Gemeinde:

Wir wissen nicht wohin wir gehen, aber wir gehen nicht ohne unsere Hoffnung!

Konfi: Gott, du bist unsere Hoffnung. Wenn wir in unserer Welt  stillstehen und auf der Stelle treten und nicht einen Schritt weiterkommen, dann nimmst du uns mit auf den Weg zu dem Ort, wo Gerechtigkeit und Frieden sich küssen in Traum und Wirklichkeit.  Und darum bist du unsere Hoffnung.

Gemeinde:

Wir wissen nicht, wohin wir gehen, aber wir gehen nicht ohne unsere Hoffnung!

Gott, du bist die Hoffnung für die Schwachen dieser Welt. Denn du gibst die Armen nie auf. Und du stehst auf Seiten derer, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten. Darum bist du die Hoffnung der Armen.

Gemeinde:

Wir wissen nicht, wohin wir gehen, aber wir gehen nicht ohne unsere Hoffnung!

Gott, du bist auch die Hoffnung hier in Trautskirchen. Denn du bist jetzt bei uns und gibst allen Mut, Kraft und Hoffnung, die sie brauchen. Du unsere Hoffnung!

Gemeinde:

Wir wissen nicht, wohin wir gehen, aber wir gehen nicht ohne unsere Hoffnung!

Amen

Lied: 272 Ich lobe meinen Gott

Eingangsgebet

Mein Gott, ich danke dir dafür, dass du uns jeden Tag aufs Neue Hoffnung gibst, mir Freude schenkst und immer für mich da bist. Du und Deine Bedingungslose Liebe!

Gibt uns Kraft all unsere Hoffnungen und Träume zu verwirklichen. Wir bitten dich, dass du uns jetzt die Augen öffnest füreinander und für dich. Amen

Wir hören die Lesung aus Lukas 5,1-11 

Die ersten Jünger – Hoffnung auf einen guten Fang

5 1 Einmal drängte sich die Volksmenge um Jesus

und wollte hören, wie er Gottes Wort verkündete.

Jesus stand am See Gennesaret.

2 Da sah er zwei Boote am Ufer liegen.

Die Fischer waren ausgestiegen und reinigten die Netze.

3 Jesus stieg in das Boot, das Simon gehörte.

Er bat Simon, ein Stück vom Ufer wegzufahren.

Dann setzte er sich

und lehrte die Leute vom Boot aus.

4 Als Jesus seine Rede beendet hatte,

sagte er zu Simon:

»Fahre hinaus in tieferes Wasser!

Dort sollt ihr eure Netze zum Fang auswerfen.«

5 Simon antwortete:

»Meister, wir haben die ganze Nacht hart gearbeitet

und nichts gefangen.

Aber weil du es sagst, will ich die Netze auswerfen.«

6 Simon und seine Leute warfen die Netze aus.

Sie fingen so viele Fische,

dass ihre Netze zu reißen drohten.

7 Sie winkten die Fischer im anderen Boot herbei.

Sie sollten kommen und ihnen helfen.

Zusammen beluden sie beide Boote,

bis sie fast untergingen.

8 Als Simon Petrus das sah, fiel er vor Jesus auf die Knie und sagte:

»Herr, geh fort von mir!

Ich bin ein Mensch, der voller Schuld ist!«

9 Denn er und die anderen, die dabei waren,

waren sehr erschrocken.

So riesig war der Fang, den sie gemacht hatten.

10 Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus,

erging es ebenso.

Die beiden arbeiteten eng mit Simon zusammen.

Jesus sagte zu Simon:

»Hab keine Angst!

Von jetzt an wirst du ein Menschenfischer sein!«

11 Da zogen sie die Boote an Land,

ließen alles zurück und folgten ihm.

(Ende)

Glaubensbekenntnis der Konfis, im Frühjahr von ihnen selbst erstellt.

Ich glaube an den Schöpfer des Himmels und der Erde,

da wir ohne die Erde und den Himmel keinen Ort haben zu leben.

Ich glaube nicht daran, dass die Welt einfach so mit Leben darauf schon Erde wurde.

Ich glaube an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben.

Würde es nicht die Auferstehung und das ewige Leben geben, hätte unser Leben keinen Sinn.

Ich glaube nicht, dass es nur das eine Leben im Hier und Jetzt gibt.

Ich glaube an den eingeborenen Sohn Gottes,

da er eine der wichtigsten Personen im Christentum ist.

Ich glaube jedoch nicht, dass es eine Jungfrauengeburt gibt.

Ich glaube an Gott, den Vater des Himmels,

weil ich an Gott glaube,

Wenn es nicht Gott gibt, dann werden keine Menschen auf der Erde sein.

Ich glaube an Jesus Christus, der uns das Reich Gottes nahe gebracht hat.

Jesus Christus hat uns das Reich Gottes erst gezeigt und in der Welt verbreitet.

Jesus hat uns das Reich Gottes nicht verschwiegen, sondern in die Welt hinausgetragen.

Ich glaube, dass Jesus wirklich wichtig ist.

Jesus bringt die Liebe Gottes in unser Herz.

Ohne Liebe siegt der Hass.

Bekennen wir miteinander unser altvertrautes Glaubensbekenntnis….

Lied: 171  Bewahre uns Gott

(Predigt) Gemeinschaftspredigt von Sophia Lulla und Manfred Lehnert

Ansprache: 

  1. Fischfang des Petrus  (Sophia Lulla)

Liebe Gemeinde

Die Fischer waren hoffnungslos. Sie hatten die ganze Nacht geschuftet und nichts war im Netz. Kein Fisch. Alles war umsonst. Nicht nur mega frustrierend, sondern auch Existenzbedrohend. Die Fischer waren schließlich lebensnotwendig vom Fang abhängig.

Und dann taucht da plötzlich jemand auf und sagt:

Fahre hinaus in tieferes Wasser!

Dort sollt ihr eure Netze zum Fang auswerfen.«

Ich denke, da waren große Zweifel bei den Fischern.

»Meister, wir haben die ganze Nacht hart gearbeitet

und nichts gefangen.

Aber weil du es sagst, will ich die Netze auswerfen.«

Aber erstaunlicherweise lassen sie sich auf den Vorschlag ein. Vielleicht mit vielen Zweifeln, aber sie haben Hoffnung geschöpft. Vielleicht ist es hier der letzte Strohhalm.

Und dann geschieht das Wunder: Ein Großer Fang, ein übervolles Boot. Wie überwältigt und hoffnungsfroh müssen sie gewesen sein. Scheinbar leer, scheinbar hoffnungslos war vorher die Situation und nun ist alles ganz anders.

Spannend find ich auch hier die Reaktion: Simon Petrus kniet sich vor Jesus und sagt:

Herr, geh fort von mir! Ich bin ein Mensch, der voller Schuld ist!«

Sie erkennen, dass dies wirklich ein Wunder ist und dass sie vorher gezweifelt haben. Jetzt ist aller Zweifel ausgeräumt. Sie erkennen, dass an Jesus viel mehr dran ist, als es im ersten Moment erscheint.

Jesus bewirkt hier nicht nur ein Wunder, er ruft die Fischer als Menschenfischer zu sich. Voller Hoffnung und Freude, beeindruckt gehen sie mit diesem Menschen, mit diesem Jesus mit.

Aber was heißt das eigentlich: Menschenfischer sein? Es bedeutet, dass die Fischer sich aufgemacht haben, mit Jesus mitgegangen sind, dass sie ihn unterstützt haben. Von ihm gelernt haben und irgendwann selbstständig raus gegangen sind und anderen Menschen von Gott, von Jesus zu erzählen, sie mitzunehmen in die gute Botschaft und die Liebe Gottes weiter zu geben.

Ähnlich wie damals sagt auch uns Jesus heute, Hab keine Angst! Von jetzt an wirst du ein Menschenfischer sein!« Ich kann mir vorstellen, dass da bei Ihnen, bei euch Befürchtungen da sind, was will jetzt Gott von mir eigentlich? Ich denke das heisst für jeden etwas anderes, nach seinen oder ihren Stärken. Für den einen heisst Pfarrer oder Diakonin werden, für den anderen heisst es zum Beispiel eine Evangelische Kindergruppe zu leiten oder für den, die anderen heisst es in der Arbeit dem Arbeitskollegen mal etwas gutes zu tun. Ich finde, dass macht weniger Angst, sondern mehr hoffnungsfroh: Dieser Gott will mich so, wie ich bin. Die Fischer damals hatten auch keine Ausbildung als Jünger, als Gemeindeleiter etc., sie sind mit ihren Aufgaben und Herausforderungen gewachsen.

Manfred Lehnert:

Überleitung: z.B. Auch die Konfis haben sich mit Hoffnung beschäftigt. Sie durften Kartons beschriften, leerer Karton, was schreibt man da drauf, …

2.  Hoffnungsbausteine  Kartons Manfred

Kartons sind auf  zwei gegensätzlichen Seiten beschriftet: 

Was uns Hoffnung macht

und was uns fehlt, wenn keine Hoffnung da ist

Verschiedene Bausteine vorlesen

Furchtbar wäre, wenn wir nur noch Hoffnungsloses sehen, wenn wir nur noch schwarz sehen

Rosarot wäre, wenn wir nur alles schön sehen und schönreden.

Es gibt nicht nur Schönes im Leben

Und es gibt nicht nur Hoffnungsloses im Leben

So wie bei Petrus als Fischer:

Er macht die Erfahrung leerer Netze, vergebliche Mühe, alles für die Katz

Und er macht die Erfahrung voller Netze, großer Fang

Schauen wir uns nun die vielen Kartons an.

Bausteine zu einer Mauer aufbauen lassen

Einzelne „hoffnungslose Steine“ sind ummauert von Steinen mit Hoffnung.

Manche“ Steine ohne Hoffnung“ können auch im Lauf der Zeit umgedreht werden.

Unsere Gesellschaft wird getragen von denen, die Hoffnung haben

Die Hoffnungslosen werden ertragen und ausgehalten von denen, die Hoffnung haben.

3 .Teil der Ansprache  Saattüten Manfred Lehnert

Leere unbeschriftete Saattüten werden herumgegeben, Stifte bereitgehalten

Der Mensch neben dir ist dein Mitmensch. Gib deinem Mitmenschen eine von dir beschriftete Saattüte.

Welche Hoffnung gibst du deinem Mitmenschen
            mit auf den Weg?

Z.B. Ich hoffe für dich, dass du gesund bleibst,

deine Schule schaffst,

keine Sorgen auf der Arbeit hast….

            Wir säen auf Hoffnung.

            Vielleicht könnt ihr euch später erzählen, was aus

            euren Hoffnungen geworden ist, ob etwas

von diesem Saatgut aufgegangen ist.

Saattüten an Gottesdienstbesucher werden im offenen Korb verteilt. Auf den Saattüten steht, was wir Menschen zur Zeit uns erhoffen.

Lied: 170  Komm Herr, segne uns

Abkündigungen

Fürbitten mit Vater unser

Lieber Gott wir bitten dich, für Menschen, die Hilfe brauchen, lasse sie die passenden Worte finden und das Rechte tun, damit sie nie ihre Hoffnung verlieren. Wir beten für alle, die für eine bessere, gerechtere und eine friedlichere Welt eintreten, dass sie mit ihrem Einsatz etwas bewirken und dass ihre Träume und Visionen wahr werden; wir beten für uns alle, dass wir uns nicht verstecken, sondern uns trauen uns zu zeigen, wir bitten dich, steh uns bei, wenn wir eigenem und fremdem leid begegnen, und hilf uns, dieses Leid zu überwinden  (Gebet wird noch aktualisiert)

In der Stille beten wir für Freunde, Familie und alle die Hilfe benötigen. ….

Gemeinsam beten wir und stehen dazu auf

Vater unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen

Gott, dein Segen schenkt uns Hoffnung und Mut, wenn wir in Not sind. Er gibt uns neue Kraft bei Trägheit und Müdigkeit. Er gibt uns Weisheit für Wichtige Entscheidungen für unser Leben. Er tröstet uns in unserer Not und lässt um Jesu Willen Hoffnung aufkommen. Der Herr segne dich und behüte dich Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir, und sei dir gnädig, der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir seinen Frieden. Amen

Schlusslied  331 Großer Gott wir loben

Nachspiel