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Schein-Konfirmation ?

Konfirmation

ist ein Tag,

an dem sich Kirche etwas vormacht.

Alle Jahre wieder wird der mündig gewordene Glaube junger Christen gefeiert

und ein S c h e i n   feierlich als Urkunde überreicht.

Und alle Jahre wieder wissen wir, in der Kirche sehen wir sie nicht mehr so schnell.

 

An dem Tag der Konfirmation

machen sich auch viele anwesende Eltern etwas vor:

Sonst sind sie in der Kirche und im Gemeindeleben kaum zu sehen,

aber am Tag der Konfirmation ihrer Kinder

geben sie den An s c h e i n  einer Kirchlichkeit, die im ganzen Jahr kaum vorhanden ist.

 

Am Tag ihrer Konfirmation haben sich auch die jungen Konfirmanden fein herausgeputzt.

Man erkennt sie kaum wieder, im Anzug und Minirock,

später sieht man sie kaum wieder in Kirche und Gemeindeleben.

Aber um der Geld s c h e i n e   willen sind sie zum Schein da.

Ich habe den Verdacht,

wir feiern alle Jahre eine

Schein-Konfirmation.

 

Gegenrede

Es gibt sie doch auch,

die Konfirmanden, die es ehrlich meinen

und nicht um der Scheine willen in der Kirche da sind,

sondern auch später.
Es gibt sie doch,

die Eltern, die ihre Kinder den Glauben vorgelebt haben

unvollkommen, aber in aller Liebe

und die Konfirmation ihrer Kinder als Glaubensfest begreifen.

 

Es gib sie doch,

die jungen Menschen in der Kirche

auch danach,

hin- und wieder.

 

Und jedesmal wenn ich das wahrnehme,

freue ich mich

über gelebten Glauben

und Konfirmation

ist dann mehr als ein Schein.

Grenzziehung

Grenzziehung

Immer weiter, endlos weiter

hätte dieser Mensch

eine Grenze nach der anderen überschritten,

rücksichtslos

meine Gastfreundschaft missachtend,

achtlos

meinen guten Ruf ruinierend.

Und alles,

um seinen Kopf durchzusetzen,

auf Teufel komm heraus.

 

Die Lehre für ihn und die Seinen

könnte sein:

Wir können nicht endlos achtlos auf den Gefühlen anderer herumtanzen

Verträge und das eigene Wort brechen nach Belieben.

Irgendwann ist dann Schluss

mit Freundschaft, Hilfe und Zuwendung.

 

Die Lehre für mich

könnte sein:

Grenzziehungen sind manchmal notwendig.

Manchmal ist es gut, wenn ich mich abgrenze,

Nein sage

Bis hierher und nicht weiter!

Draußen vor der Tür nur zum Schein?

Ein Brautpaar, hörte ich,

ließ sich vor der Kirche fotografieren,

ohne sich in dieser Kirche trauen zu lassen.

Haben die beiden sich

nur zum Schein

draußen vor der Kirchentür

ablichten lassen?

Haben sie nur so getan,

als ob sie kirchlich geheiratet hätten?

 

Konfirmanden sehe ich vor mir,

nicht alle, ein paar,

sie waren nur selten in der Kirche,

haben sich durchgeschummelt.

Aber am Tag ihrer Konfirmation

wollen ihre Eltern den Ton angeben,

wollen bestimmen,

welchem Gesang sie nicht hören wollen,

wo sie doch selber vom Tuten und Blasen in der Kirche keine Ahnung haben

und Kirche immer nur von außen gesehen haben.

Mir scheint,

es wäre besser,

solche Konfirmanden

draußen vor der Kirchentür

ablichten zu lassen.

Sie tun doch nur so,

nur zum Schein,

als ob sie Konfirmanden wären.

Glaubenszwang und Liederlichkeit

„Ich möchte mein Kind nicht zwingen, in die Kirche zu gehen.“

Ach, du zwingst dein Kind zu nichts?

Zu NICHTS zwingen

ist auch Zwang!

Du zwingst dein Kind,

nicht in die Kirche zu gehen,

sich daran zu gewöhnen,

dass es sich auch gut ohne Gott leben lässt.

Du verhinderst durch deine Liederlichkeit

Deinem Kind dem Zugang zu Kirche und Glaube.

Du  z w i n g s t  dein Kind zu nichts.

Sage mir nicht,

dass das kein Zwang ist!

Vergeblich

Wie oft ist es schon vorgekommen:

Vergeblich hab ich mich bemüht,

telefoniert, geschaut, gekümmert,

gedacht, geplant, angefangen,

und dann

war es doch

vergeblich.

 

Es darf Vergebliches geben

in meinem Leben!

Das zu wissen,

entlastet mich,

macht mich frei.

Es mag vergeblich gewesen sein,

aber nicht umsonst.

Leere Kirchen

Leere Kirchen und fehlende Priester.

Ein Einblick in eine zutiefst katholische Gegend im Bayerischen Wald:

Erschreckend zu hören: Nur 10 alte Frauen im Gottesdienst!

Erschreckend sich vorzustellen: Die Kirche verfällt.

Wenig tröstlich der Gedanke,

als Traditionschristen tauchen sie noch ein- zweimal auf in der Kirche.

Irgendwann tun sie nicht mal das

und vermissen nichts dabei.

Sie brauchen keine Kirche.

Die Kirche stirbt,

ein Gedanke, der mich nicht mehr loslässt.

Die Kirche befindet sich im Sterbeprozess,

zuerst will ich es nicht wahrhaben,

dann wehre ich ab,

dann nehme ich es hin,

ich kann eh nichts daran ändern.

Die Kirche leert sich.

Und es hat nichts mit mir zu tun.

Keine noch so liebevoll gemachter Gottesdienst,

keine noch so liebevolle Zuwendung,

wird daran etwas ändern:

Die Religion ist aus dem Alltag der Menschen verschwunden,

der christliche Glaube sprachlos geworden,

der Glaube verdunstet

und ich werde nichts daran ändern können.

Leere Kirchen gibt es auch in meinem Umfeld.

Neujahr gab mir einen Einblick in unsere zutiefst evangelische Gegend in Franken:

Erschreckend zu sehen: Nur 10 Personen im Gottesdienst.

Erschreckend sich vorzustellen: Die Kirche verfällt.

Wenig tröstlich der Gedanke,

als evangelische Traditionschristen tauchen sie noch ein- zweimal auf in der Kirche,

wenn überhaupt.

Jubeln über 500 Jahre Reformation, ohne zu wissen, warum und wieso.

Irgendwann tun sie nicht mal das

und vermissen nichts dabei.

Sie brauchen keine Kirche.

Aber was brauchen sie dann?

Heiliger Schnickschnack oder warum wir Weihnachten feiern

Tannenbaum, Christbaum, Adventskranz

Weihnachtsplätzchen, Christstollen, Weihnachtsgans

Lichter, Kerzen, Duft

Weihnachtsmarkt, Glühwein, Weihnachtskonzerte  und Weihnachtsgottesdienste

Alles schön,

und gut zum Genießen

in dieser Advents- und Weihnachtszeit.

Aber wir sollten wissen:

 

All das ist schon schön, aber auch alles Schnickschnack

Weihnachtlicher Schnickschnack:

Schnickschnack heißt:

Beiwerk, Ausschmückung. aber nicht das Eigentliche, warum wir Weihnachten feiern.

Wir können auch Weihnachten feiern

 

ohne Tannenbaum, Christbaum, Adventskranz

ohne Weihnachtsplätzchen, Christstollen, Weihnachtsgans

ohne Lichter, Kerzen, Duft

ohne Weihnachtsmarkt, Glühwein,  und sogar ohne Weihnachtskonzerte                                    und ohne  Weihnachtsgottesdienste

….

 

An Weihnachten feiern wir die Geburt Jesu, sagt man.

Die Krippe im Stall, das Jesulein darin, Maria und Josef, darum,

die Engel und die Hirten,

später auch noch die drei Könige,

Ochs und Esel, Schaf und Ziegen und was weiß ich.

 

Alles schön,

und gut zum Singen und Feiern, gut um zur Besinnung und Ruhe zu kommen

in dieser Advents- und Weihnachtszeit.

Aber wir sollten wissen:

All das ist schon besinnlich schön, aber auch

alles  Schnickschnack,

Heiliger Schnickschnack:

Beiwerk, Ausschmückung. aber nicht das Eigentliche, warum wir Weihnachten feiern.

 

Wir können auch Weihnachten feiern

ohne die Krippe im Stall, ohne das Jesulein im Krippelein, ohne Maria und Josef, darum,

ohne die Engel und die Hirten,

ohne  auch die drei Könige,

ohne Ochs und Esel, Schaf und Ziegen und was weiß ich.

 

Und nun fragt ihr euch sicherlich:

Warum wir Weihnachten feiern können,

ob mit oder ohne heiligem Schnickschnack

dann hört meine Antwort:

 

Wir feiern  Weihnachten,

weil in dem Dunkel der Welt ein Licht scheint.

 

Was dunkel ist, weiß jeder,

da stirbt jemand in deiner Familie

und es wird dunkel für dich.

Alles Schöne dieser Welt ist vergänglich,

das macht es Dunkel für uns.

Dunkel wird es Menschen, die großes Leid ertragen müssen,

Krankheit, Schicksal, oder Schweres.

Dunkel machen wir diese Welt, weil wir selber so friedlos sind.

 

Aber dann geht uns Licht in unserer Dunkelheit auf,

ob an Weihnachten oder zu andere Zeit.

Es wird Licht.

Ein Licht kommt in unsere Dunkelheit hinein.

Für uns Christen, Jesus.

Er  stellt sich dem Tod.

Er ist Seiten der Armen, der Kranken und Schwachen und auch der Sterbenden.

Mit ihm wird Frieden und Gerechtigkeit einziehen.

Aber jedes Licht, das Dunkelheit vertreibt,

ist von Gott.

Und darum feiern wir Weihnachten im Vertrauen,

jede heilige oder unheilige Nacht wird einmal

dem Licht weichen.

 

 

 

Die Welt würde anders aussehen, wenn wir ein bißchen christlicher wären…

Manche

sind maßlos

in ihren Wünschen.

Hauptsache, sie setzen ihren Willen durch.

Jetzt langt´s aber!

 

Manche

lassen lieber ihre alten Häuser stehen und vergammeln

als Flüchtlingen ein Zuhause zu geben.

Hauptsache, sie haben es schön warm und gemütlich.

Jetzt langt´s aber!

 

Manche

sind maßlos selbstsüchtig

und übersehen dabei,

wieviel die Gesellschaft, die Gemeinschaft oder sogar sie selbst

davon profitieren würden,

wenn  sie maßvoll,

mehr wird ja gar nicht verlangt,

auch mal an andere denken würden.

 

Die Welt würde anders ansehen,

wenn hier und da der eine oder andere

übrigen Wohnraum überlassen, statt vergammeln lassen würde,

wenn der eine oder andere

seinen Glauben mal christlich in die Tat umsetzen würde.

 

Warum

Warum

kann der Bruder nicht mit der Schwester reden

Warum

die ewigen Streitigkeiten

bis ans Grab

ja Unfrieden und Haß

auch darüber hinaus

kein Mensch weiß mehr, warum

Warum

 

Warum

können Menschen nicht einfach Menschen sein

Warum

die ewigen Kriege

bis zu den unzähligen Gräbern

ja Unfrieden und Hass darüber hinaus

kein Mensch weiß mehr, warum

Warum

 

Warum

seid ihr Menschen so wie ihr seid

für Gott

seid ihr ein Rätsel

Warum

Keinen Blick für andere?

Irgendwo in Essen.

Ein alter Mann bricht zusammen

vor einem Bankautomaten,

keiner hilft ihm, er stirbt.

Auf dem Weg zum Geldautomaten

steigen vier Menschen

nacheinander, einer nach dem anderen

über diesen zusammengebrochenen Menschen

oder machen einen großen Bogen um ihn.

Sie erledigen ihre Bankgeschäfte: Pin, Konto, Geld.

Dann verlassen sie die Bankfiliale wieder – ohne ihm zu helfen.

Es nicht nur ein Fall von unterlassener Hilfeleistung.

Hier sehen wir unfreie, in sich selbst verkrümmte Menschen.

Sie sehen schlichtweg die Not des anderen nicht.

Steigen buchstäblich drüber hinweg.

 

Wenn du meinst,

bei uns wäre das ganz anders,

dann erzähl ich dir

von 7 Jugendlichen,

die ein einfaches Gebet formulieren sollten.

Und das fiel ihnen ein:

Danke fürs Essen,

Danke fürs Trinken.

Beschütze meine Familie.

Mehr nicht.

Ich musste einiges an Geduld aufbringen,

einen einzigen Satz aus ihnen herauszukitzeln:

Ach ja, da gibt es ja auch noch

die anderen, die dich, Gott, auch brauchen…