Archiv der Kategorie: Leben

Hat es mir gefallen?

Am Ende meines Lebens

möchte ich nicht sagen müssen, mein Leben hat allen gefallen,

nur nicht mir.

Am Ende meines Lebens

möchte ich sagen können:

Hier da und da war es für mich nicht einfach,

manchmal eine Herausforderung,

manchmal auch eine Sackgasse,

da habe ich mich getäuscht

und dort habe ich mich verlaufen

Aber im Großen und Ganzen hat es

m i r 

gefallen,

weil ich nach meinen Wünschen und Bedürfnissen geschaut habe  

und nicht nur auf  die Wünsche und Bedürfnisse anderer.

Was andere am Ende über mein Leben sagen,

mag schön sein oder schwer,

manches wird manchen auch so gar nicht gefallen haben,

den meisten Menschen ist es sowieso egal, wie mein Leben war.

Aber am Ende meines Lebens kommt es auf eines an:

Hat es mir gefallen?

Sekundensache

Eine Sekunde nicht aufgepasst,

und du wirst schuldig.

Es war letzten Ende zwar nichts,

trotzdem hat mich diese Sekunde

mehr als irritiert.

Verunsichert,

wer weiß,

was noch an Unaufmerksamkeit in mir steckt.

Auf einmal ängstlich,

wer weiß,

was für Folgen das haben wird.

Erstaunt stelle ich fest,

in mir ist keine Angst, mein Leben zu verlieren.

In mir ist die Angst, das Leben eines anderen zu schädigen

oder zu beenden,

nur weil ich

eine Sekunde lang

unachtsam war.

Angst vor dem Tod

Angst vor dem Tod

habe ich nicht

höchstens Angst vor dem

was davor ist

und danach

vielleicht doch nicht ist

Das Leben auskosten

Meine Zeit ist begrenzt.

Dass ich

vielleicht

in zwanzig oder dreißig Jahren tot bin,

hat eine gewisse Wahrscheinlichkeit,

denn nicht jeder wird 90 oder mehr.

Dass ich

vielleicht

in zwei oder drei Jahren tot bin,

ist auch durchaus möglich,

denn nicht jeder wird 60.

Meine Zeit ist deshalb begrenzt

auf zwanzig oder dreißig Jahren,

oder auch nur zwei oder drei Jahren.

Sollte meine Zeit vor dem Ruhestand kommen,

will ich nicht zurückblicken und sagen müssen:

„Hätte ich doch mir mehr Zeit genommen für die wichtigen Dinge des Lebens.“

Sollte meine Zeit erst lange nach dem Ruhestand kommen,

will ich zurückblicken und sagen können:

„Als ich noch konnte, habe ich mein Leben aktiv gelebt,

als ich nicht mehr konnte, habe ich mein Schicksal aktiv angenommen.

Ich habe die Zeit, die mir zur Verfügung stand,

ausgekostet und genutzt.“

Ich lebe mein Leben und nicht das Leben anderer.

 

Ich verbiege mich nicht.

Ich muss nicht von allen gemocht werden.

Wenn ich wirklich frei sein will,

ganz ich selbst,

unabhängig von den Meinungen und Erwartungen anderer,

muss ich damit rechnen,

von dem einen oder anderen nicht gemocht oder abgelehnt zu werden.

Aber wenn ich immer nach den Erwartungen anderer lebe,

lebe ich mein eigenes Leben nicht.

Ich würde dann zwar von allen gemocht werden, aber nicht respektiert,

Ich lebe dann nur das Leben anderer.

 

Ich verbiege mich nicht.

Ich muss nicht beliebt sein.

Wenn ich wirklich frei sein will,

ganz ich selbst,

unabhängig von der Anerkennung und der Kritik anderer,

muss ich damit rechnen,

mich hier und da unbeliebt zu machen.

Ich bin aber nicht dazu da, mich bei den Leuten beliebt zu machen.

Ich spüre meinen Wunsch nach Anerkennung und Wertschätzung.

Aber jedes „Das hast du gut gemacht! “

macht mich im Grunde genommen

abhängig und unfrei.

Und die Furcht

vor jedem „Was hast du da wieder falsch gemacht!“

macht mich erst recht unfrei.

Die Freiheit, ganz ich selbst zu sein, bedeutet notwendigerweise:

Ich werde auch mal nicht gemocht oder abgelehnt.

Was ist schon Schlimmes dabei, wenn ich nicht gemocht und abgelehnt werde?

Ich lebe dafür mein Leben und nicht das Leben anderer.

 

Nach Erkenntnissen von Alfred Adler

Meine Träume vom Leben

Meine Träume vom Leben

Ich will mich selbst lieben:

Ich, ML, will ein liebender Mensch sein und vor allem will ich geliebt werden.

Ich will Liebe erfahren,  nicht nur seelisch- geistig,

sondern ich will auch Liebe verkörpern, leibhaftig lieben,                          körperlich mit allen Sinnen.

Ich  will Liebe buchstäblich mit meinen Händen und Augen,

meinen Ohren und allen Sinnen begreifen,

ich will berühren und berührt werden.

Ich will mich selbst in meinem  Körper wahrnehmen und annehmen.

So will ich auf mein Herz hören

und meine Träume und Wünsche erspüren und leben.

Ich will mir Zeit nehmen für die schönen Dinge des Lebens.

Denn das Leben ist kurz.

Ich will mir selbst der wichtigste Mensch in meinem Leben sein!

Ich will gut für mich sorgen.

Ich will für mich dafür sorgen,

selber immer voller Liebe, Freude, guter Gedanken und Energie zu sein.

Denn die Liebe kommt aus meinem eigenen Herzen.

 

Meine Träume vom Leben:

Ich, ML, will das Leben  lieben,

leidenschaftlich für das Leben eintreten.

Ich will die Welt verändern zum Besseren.

Das ist immer noch mein Traum,

meinem Dasein einen Sinn geben

Spuren der Liebe hinterlassen,

ganz konkrete sichtbare Spuren der Liebe!

So will ich den Menschen ein Helfer sein,

ein Gutmensch sein.

So will ich von Herzen meinen Mitmenschen

herzlich und  menschenfreundlich eingestellt sein.

Ich will meine Mitmenschen lieben und ihnen verzeihen.

 

Meine Träume vom Leben:

Ich, ML,  will die göttliche Liebe in meiner Welt erfahren,

ich will das Göttliche in mir wahrnehmen

das Göttliche in meinem Mitmenschen

die Welt, meine Welt mystisch erfahren: Gott in mir – ich in Gott – wir in  Gott!

Ich will Gott lieben, den göttlichen Urgrund meines Seins.

 

Gott, die Liebe und das Leben. So habe ich lange gedacht und die Prioritäten gesetzt.

Nun drehe ich es um: die Liebe, das Leben und Gott!

Zuallererst kommt die Liebe zu mir selbst.

Dann kommt das Leben

mit allen Überraschungen und zwischenmenschlichen Begegnungen.

Und Gott?

Das, was wir „Gott“ nennen, ist der tragende Grund unseres Daseins.

Von „Gott“  sind wir getragen,

ob wir es nicht wissen oder wissen,

ob wir es glauben oder nicht.

Wie alle Menschen liebe und lebe ich

vom  göttlichen Urgrund meines Seins.

Ich weiß, ich spüre und erfahre es:

ich komm nicht von Gott los.

Darum liebe ich auch “Gott“.

 

 

Mein Grundprinzip: Ich möchte leben und nicht gelebt werden!

Ich möchte

nach Möglichkeit

mein Leben selber gestalten

und die Gestaltung meines Lebens

nicht irgendwelchen anderen Leuten überlassen.

 

Ich möchte

nach Möglichkeit

nicht die Suppe, die andere eingebrockt haben,

selber auslöffeln müssen.

Lieber will ich die eigene Suppe, die ich mir selber eingebrockt habe,

genüßlich

oder auch nicht so genüßlich

bis zur Neige

auslöffeln.

 

Und darum übe ich mich darin,

im Kleinen und im Großen,

Nein zu sagen,

Grenzen zu ziehen,

auf den eigenen Gestaltungsraum zu achten.

Kurz zu leben und nicht gelebt zu werden.

Es gibt genug Lebensphasen,

wo wir naturgemäß gelebt werden,

wo über uns entschieden wird

und wir keine Wahl haben.

Dann, wenn wir krank werden und auf Hilfe andere angewiesen sind,

dann, wenn der äußere Rahmen gesteckt ist,

aus dem wir in unserer vermeintlichen Freiheit, gar nicht heraus können.

So frei zu entscheiden und das Leben selber zu gestalten, sind wir gar nicht.

Aber wo wir Freiräume entdecken,

wo wir wahrnehmen, hier können wir tatsächlich

gestalten, wirken, verändern, das Leben leben,

dann sollten wir die Chance beim Schopf ergreifen

und das Leben leben.

Begegnung

 

Zweimal frage ich ihn und sie

Wie geht es Dir?

Zweimal höre ich sie und ihn erzählen,

wie es ihnen ergeht

und ich höre ihnen zu.

Nicht einmal fragen sie mich:

Wie geht es Dir?

Mir geht es schlecht.

Aber das scheint sie nicht zu interessieren.

Genug mit dem Gutsein

Enttäuscht, mutlos

verzagt

Sollte ich mich so getäuscht haben!

Am liebsten AfD wählen,

Flüchtlinge raus,

abschieben und weg!

 

Nein,

dem Hass will ich mich nicht verschreiben

und auch keine AFD wählen,

keine Mauern und Grenzen ziehen.

 

Aber ich gebe zu,

enttäuscht zu sein.

Enttäuscht und wütend zugleich.

 

Ich hätte nicht gedacht,

dass diese Menschen so undankbar sind:

undankbar,

immer nur fordernd,

immer nur nehmen, aber nichts geben,

ohne Anstand und Verantwortung,

den letzten Nerv kostend und noch mehr.

 

Nein,

es sind keine guten Menschen,

nur weil sie Jesiden sind

oder andere Flüchtlinge Moslems.

Es sind keine guten Menschen,

nur weil sie geflohen sind vor den bösen.

Ja,

sie sind eigensüchtig, gehen rücksichtslos ihren Weg,

treten manchmal auf meinen Gefühlen,

zertreten achtlos Beziehungen,

die vorher so mühsam aufgebaut waren.

Vielleicht aus Angst, zu kurz zu kommen,

aber das ist für mich keine Entschuldigung.

Ich nehme wahr,

sie sind keine guten Menschen,

zu mindestens verhalten sie sich jetzt nicht wie solche.

Sie haben auch furchtbare Seiten, egoistische und gemeine.

 

Aber die habe ich auch,

bin auch nur Gut-Mensch wider Willen.

Gut-Mensch um Jesu willen.

Aber irgendwann ist es mir genug und zuviel, Gut-Mensch zu sein.

Und so ziehe ich meine Grenzen:

als Gutmensch bis hier her und nicht weiter

danach werde ich egoistisch

und denke an mich,

schütze mich vor weiteren Verletzungen,

halte Abstand

und merke: es ist gut so.

Das Leben geht so oder so weiter.

Und manchmal trennen sich halt die Wege.

Es ist genug mit dem Gutsein.

Frühlingsstaunen

Frühling

Frühmorgens

mit dem Hund unterwegs,

gehe ich durch die Feld und Wiesen

des Frühlings.

Vor einem Baum,

einem von vielen,

bleibe ich stehen.

Staunend

betrachte ich

die eine Knospe

von vielen:

Schön!

Staunend

gehe ich weiter

durch die Felder und Wiesen des Frühlings.