Archiv der Kategorie: Pfarrer

Hauptsache, du funktionierst!

In der Kirche

ist eines nur wichtig:

dass du als Pfarrer funktionierst.

Hauptsache, du hälst Predigt und Gottesdienste,

wie und vor allem was

interessiert nicht.

Es interessiert nicht,

ob du mit Jugendlichen und Schülern noch kannst,

es interessiert nicht,

ob du  noch die Kraft hast, an Heiligabend einen Spätgottesdienst zu halten.

Hauptsache, du bist da als Pfarrer,

wie und was du dir dabei denkst,

interessiert nicht.

Hauptsache, du funktionierst.

Willkommenskultur unserer Kirche

Damals,

als wir viele waren,

sagten sie uns:

„Ihr seid viel zu viele.

Ihr müsst froh sein, wenn wir euch übernehmen!

Glaubt nicht, dass man mit Heirat und Kind ein Anrecht  darauf hättet,

in den kirchlichen Dienst genommen zu werden!“

Heute,

als es wenige sind,

und immer weniger werden,

sagen sie immer noch zu ihnen:

„Ihr müsst froh sein, wenn wir euch übernehmen!“

Ihr braucht euch

bei eurer Willkommenskultur

nicht wundern,

dass

es wenige sind,

und immer weniger werden,

die bereit sind, in eure Dienste zu treten.

Die Moral der jeweiligen Zeit

Die Moral der jeweiligen Zeit

Ein Blick auf einen Beichtspiegel vergangener Zeit oder einer anders geprägten Kirche zeigt:

Was wir Christen unter Sünde verstehen, ist wandelbar, manchmal höchst fragwürdig.

Was gestern moralisch fragwürdig war, wie Masturbation, vorehelicher Sex, ist heute für die Mehrheit keine Frage mehr.

Was heute moralisch fragwürdig ist, wie Homosexualität, Liebe von Gleichgeschlechtlichen im Pfarrhaus, wird morgen sich erledigt haben.

Keine Frage,

die Moral und was wir jeweils darunter verstehen, ändert  sich.

Was gestern noch Sünde war, ist heute normal.

Selbst die 10 Gebote unterliegen dem Wandel der Zeit.

Keine Frage,

wir sollten uns hüten, zu sehr von den moralischen Verfehlungen der Menschen reden.

Sonst könnte es sein, dass wir von Dingen reden, die längst passe sind.

Wahre Geschichte?

Eine wirklich schöne Geschichte

vom Brotteilen, das Versöhnung stiftet.

Aber an euren Taten werdet ihr gemessen,

nicht an euren Worten.

Darauf schaut die ganze Gemeinde, ob ihr euch auch wirklich versöhnt

oder nur so tut als ob.

 

In der Bibel stehen viele solcher Geschichten,

schön und erbaulich anzuhören,

Sonntag für Sonntag  könnt ihrs euch anhören,

Tag für Tag selber lesen und beten.

Aber an euren Taten werdet ihr gemessen,

nicht an den schönen erbaulichen Predigten und Geschichte, die ihr euch reinzieht.

Darauf schau ich als Pfarrer, ob ihr euch auch wirklich versöhnt

oder nur so tut als ob.

Und es zerreißt schier mein Herz, wenn ich sehe und spüre,

wie achtlos ihr mit diesen schönen Geschichten umgeht und meine Predigten und Versöhnungsgespräche folgenlos versanden.

Und es jubelt mein Herz, wenn ich es hier und da doch einmal mitbekommen,

wie das Wort Gottes doch eure Herzen folgenreich trifft und verändert.

Das größte Gut des Pfarrers ist seine Zeit.

Das größte Gut des Pfarrers

ist seine Zeit.

Das macht einen guten Pfarrer aus,

dass er Zeit hat für seine Mitmenschen,

nicht rund um die Uhr,

nicht allZeit,

sondern im rechten Kairos zur rechten Zeit.

Das macht eine gute Pfarrerin aus,

dass sie sich nicht verplanen lässt,

nicht rund um die Uhr,

nicht allZeit,

sondern sich Zeit nehmen kann aus der Fülle der Zeit, die sie zur Verfügung hat.

Das größte Gut des Pfarrers

ist seine Zeit:

Zeit haben

für Gott

für seine Mitmenschen

für sich selbst